Montag, 18. April 2016

Was, wenn einem nichts einfällt?

Kennt Ihr das Problem? Man will ein Geschenk überreichen und noch eben schnell ein kleines Kärtchen dazu basteln. Blöd ist, wenn einem dann so gar nichts einfällt. Man kann dann natürlich stundenlang das Internet durchforsten
ODER 
das eigentliche Geschenk (oder die Verpackung desselben) als Ideengeber nutzen.

Neulich kaufte ich für meine jüngste Nichte einen ganz entzückenden Strampler. Es war ein "einfach nur so" Geschenk. Schnell fand sich ein passender Stempel im Vorrat und auch farblich passendes Papier. Das ist das Ergebnis:


Das Muster ist ganz einfach gemacht, indem man den Stempel "Brushstrokes" zweimal auf weißes Papier stempelt: Einmal vertikal, einmal horizontal. Hilfreich ist dabei, wenn man nicht mit dem Stempel auf das Papier stempelt, sondern genau andersherum an die Sache herangeht: Stempel hinlegen, mit Stempelkissen einfärben und dann - auf den Stempel - das weiße Papier legt. Um sich bei der folgenden Aktion nicht alle Finger zu versauen, hilft es, ein Schmierpapier oben drauf zu legen. Jetzt nur noch gleichmäßig drüber streichen und leicht andrücken, so dass das weiße Papier die Stempelfarbe aufnehmen kann. Darauf achten, dass das Papier nicht verrutscht! Die vertikalen Linien müssen auch in zwei Anläufen gestempelt werden - da ist etwas Augenmerk gefragt, damit der Abstand einigermaßen passt (bei mir passt er nicht so ganz...)


Der Muster des Stoffs ist eigentlich schwarz, aber dennoch habe ich mich für Anthrazitgrau für die Karte entschieden. Schwarz sah einfach nicht gut aus.
Den Spruch habe ich mit der 2'' Kreisstanze ausgestanzt und einen etwas größeren Kreis mit der BigShot ausgeschnitten. Mit Dimensionals und einem Jutefaden sieht das schon mal ganz gut aus.




Die Blüten habe ich erst gestempelt und dann ausgestanzt. In der Mitte der Blüten kleben farblich passende Akzente. Die kleinen grünen Zweige habe ich mit der Vogel-Stanze ausgestanzt.

Verwendet habe ich diese Materialien:

Sonntag, 17. April 2016

Productreview: Stampin Up! Trimmer vs. Fiskars Personal SureCut Schneidemaschine 30 cm

In Zeiten knapper Ressourcen muss man auch mal über den Tellerrand schauen. Nur, lohnt der Blick?

Wie viele wissen, sind die Klingen zum Stampin Up! Schneidebrett (Trimmer) derzeit nicht lieferbar. Sehr ärgerlich! Also mal bei der Konkurrenz schauen:


Das Schneidebrett von Fiskars ist im gut sortierten Bastelgeschäft oder auch bei amazon und anderen Versendern erhältlich. Es kostet ca. 32 Euro und ist damit 4 Euro günstiger als der Trimmer von Stampin Up!
Größentechnisch unterscheiden sich die beiden Schneidbrenner kaum bis gar nicht voneinander:
Links: Fiskars, Rechts: Stampin Up!

Sie liegen ähnlich gut in der Hand. Gut gefallen hat mir, dass bestimmte Standardmaße auf dem Fiskarsbrett schon eingezeichnet sind. Ansonsten kann man über Design ja immer trefflich streiten: dem einen gefällt eher ein neutrales Design, dem anderen ist es lieber, wenn auch ein paar Farben dabei sind. Beide Bretter stehen sicher auf dem Tisch, entsprechende Gummifüßchen halten es am Platz. Auch haben beide Bretter sowohl cm, als auch inch-Angaben oben und unten an den Papierführungen. Die durchsichtigen Schneideschienen sind bei beiden Brettern mit cm-Angaben bedruckt.

Auch für größere Papierformate sind beide Bretter gut gerüstet: Links an der Seite läßt sich jeweils ein Schwenkarm ausklappen, so dass auch Papierlängen über 16 cm Länge abgemessen werden können. Der Übergang von Brett zu Schwenkarm ist bei Fiskars etwas besser gelungen, weil gerade im Kantenbereich das durchsichtige Plastik sehr Vorteilhaft ist, wie ich finde:




Das Grundprinzip beider Schneidebretter ist gleich: Geschnitten wird mit einer Klinge, die sich in einem Einsatz befindet, der wiederum in die Schneideschiene eingeklinkt wird. Ist die Klinge stumpf, wechselt man den Einsatz (ein Nachschärfen mit Nagelfeile, Schleifpapier o.ä. ist a) umständlich und b) wenig bis gar nicht erfolgreich).




Beide Schneideeinsätze lassen sich prima hin und her schieben. Beim Fiskars Schneidebrett läuft noch ein zusätzlicher Draht mittig in der Schneideschiene. Der soll vermutlich dazu dienen, dass die Klinge gerade schneidet. Beim Vergleich der Schnittergebnisse fällt auf, dass das Fiskarsbrett das Papier auf der Rückseite etwas mehr falzt (auch der Stampin Up! Trimmer falzt das Papier ganz leicht):


Fiskars Schnitt

Stampin Up! Schnitt
Das kann man zwar nachträglich wieder glätten, bei Stampin Up! ist es eben etwas weniger stark ausgeprägt.

Mit beiden Brettern kann man auch Falzen - toll! Blöd ist allerdings, dass beim Fiskarsbrett das nur geht, wenn man die Einsätze wechselt. Also Schneideinsatz raus und Falzeinsatz rein. Man kann zwar - wie beim Stampin Up! Brett - beide Einsätze gleichzeitig in die Schneideschiene einsetzen, aber durch die Konstruktion der Schneideschiene kann dann nicht bis zum Anschlag gefalzt bzw. geschnitten werden:

Das Papier lässt sich nicht bis zum Ende durchschneiden, wenn die Falzklinge eingesetzt ist.

Orange: Schneideklinge. Schwarz: Falzklinge
Beige: Falzklinge. Dunkelbraun: Schneideklinge 

Bei Stampin Up! ist außerhalb des Anschlags (oben und unten) genug Platz, so dass beide Einsätze bis zum Anschlag falzen bzw. schneiden können. Aus meiner Sicht der größte Minuspunkt des Fiskars Schneidebrett.

Als zusätzliches Plus bietet der Stampin Up! Trimmer noch eine Aufbewahrungslösung auf der Rückseite. Dort lassen sich Ersatzklingen, Falzbeil und andere Kleinigkeiten griffbereit aufbewahren - prima Idee!




Fazit: Das Fiskars Schneidebrett ist leider keine wirkliche Alternative zum Stampin Up! Trimmer, gerade weil gleichzeitiges Falzen und Schneiden nicht funktioniert.

Was tun?
Für den Stampin Up! Trimmer gibt es eine Alternative: Einen Aufsatz mit rotierendem Schneideansatz für 16 Euro. Dazu muss man die vorhandene Schneideschiene austauschen gegen diese hier:


Das ist ratz-fatz gemacht, allerdings muss man darauf achten, die Führung (dunkelbraun), über die die Schneideklingen hinweg gleiten, herauszunehmen und um 90 Grad zu drehen. Dann ist dort keine Rille mehr, sondern eine glatte Oberfläche. Nicht vergessen!


Die Schnitte sind super klasse! Allerdings braucht es etwas Übung, bis die Schnitte im ersten Anlauf gelingen. Die Klinge muss auf dem Schlitten mit etwas Kraft nach unten gedrückt werden, gleichzeitig schiebt man den Schlitten zügig durch das Papier.



Zusätzlich kann man auch noch zwei weitere Einsätze (und natürlich Ersatzklingen) erwerben, so dass auch Wellenschnitte möglich sind.

Wer also gerade Mangel an Ersatzklingen für das Stampin Up! Schneidebrett hat, sollte anstelle eines alternativen Schneidebretts lieber in den Aufsatz investieren.

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